Da ich mich doch sehr oft und gerne mit dem Thema Sportfotografie beschäftige, möchte ich euch meine Erfahrungen in Form dieses Beitrages erläutern.
Grundsätzlich müssen wir uns die Frage stellen: mit welchen Motiven haben wir es hier zu tun?Fotografieren wir einen Marathonläufer oder gar einen 100m Sprinter, Moutainbiker oder Strassen-Rennradfahrer, oder vielleicht Motorräder oder Ralleyautos?
Im Prinzip wollen wir bei all diesen Vorgaben eines erreichen, nämlich die Dynamik und Geschwindigkeit der jeweiligen Sportart im Moment festzuhalten.
Wir können natürlich -gutes Licht vorausgesetzt- 1/1000 oder kürzere Belichtungszeit einstellen und die Situation "einfrieren". Das wird aber nicht immer befriedigende Ergebnisse bringen, denn ein Motorradfahrer - der mit gut 100km/h unterwegs ist, und den wir mit extrem kurzer Belichtungszeit abschiessen - wird später auf dem Bild zur Statue.
Die angehängten Bilder als Beispiel des selben Motives bei unterschiedlichen Belichtungszeiten:

In solch einer Situation bedienen wir uns der sogenannten Mitzieher oder des mitschwenkens;
Der Trick dabei ist die längstmögliche Belichtungszeit, die noch ein scharf abgebildetes Hauptmotiv ermöglicht, zu finden. Beim Hauptmotiv Sprinter wird im Gegensatz zum Ralleyauto die mögliche Belichtungszeit eine andere sein. Besser ist es, den Hintergrund verwischen zu lassen und nur das Hauptmotiv scharf abzubilden, Räder zB. sollten wiederum einen dynamischen Eindruck erwecken. Eine gute Ausgangszeit bei Motorrädern zB. ist zwischen 1/160 und 320 sec.
Haben wir die Zeit zum Motiv gefunden geht es ans fokussieren und mitziehen.
Eine gute Basis zu Beginn wird sein, auf kontinuierlichen Autofokus zu stellen und das Motiv schon so früh wie möglich anzumessen und in selbiger Geschwindigkeit zu verfolgen - mitziehen.
Hat sich der AF eingependelt und befindet sich das Motiv im gewählten Bildschnitt - behutsam auf den Auslöser drücken, nicht durchreissen! Während und nach dem Abdrücken das Motiv weiter mitverfolgen.
Klingt einfach, ist es aber nicht..Übung macht den Meister, und so wird es am Anfang auch genügend Ausschuss geben.
Zum Thema Kameraeinstellung gäbe es noch zu sagen:
Hast du einen Bildstabilisator in der Kamera und bietet er die Möglichkeit verschiedener Mitschwenkrichtungen, so kann man ihn getrost verwenden (bei Olympus zB. Modus 2 für horizontales und Modus 3 für vertikales Mitziehen). Bietet der Stabi keine Differenzierung der Richtung, unbedingt ausschalten, sonst wird man kein scharfes Bild
produzieren.
Ansonsten kann ich nur raten: Üben, üben und nochmals üben..
Die Bilder, bei denen man den Speed förmlich spüren kann, werden den Aufwand lohnen!
Walter Oberhofer
Erfahrungsberichte

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