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Dino: Was für mich ein gutes Foto ausmacht

Was macht ein gutes Foto aus? - Diese Frage hatte Olli vor geraumer Zeit in seiner Blogparade gestellt und nach dem Björn bereits versucht hat seine Meinung dazu in Worte zu fassen, werde auch ich mich jetzt mal versuchen.

Ohne dabei zu viel von Björn erneut aufgreifen zu wollen, so hat er mit einem Punkt absolut recht. Eine allgemein geltende Antwort auf diese Frage gibt es nicht!
Das macht es natürlich ungleich schwieriger die eigenen Gedanken dazu verständlich auszudrücken. Zudem ist es eine Frage, die mich bereits seit einigen Jahren verfolgt, deren Antwort ich mir aber sogar selbst noch schuldig war...

Eines kann ich aber vorweg nehmen. Auch nach längerer Überlegung konnte ich nur verschiedene Merkmale finden, die letztlich für mich ein gutes Foto ausmachen.
Erwartet aber dennoch bitte keine Antwort wie: Wenn A und B zusammenkommen, dann ist es ein gutes Foto.

Meiner Meinung nach sind die Qualitäten oder besser die besonderen Merkmale eines Fotos sehr vielschichtig und dennoch stellen sie auch in großer Anzahl vereint noch immer kein Garant für ein gutes Foto dar. Diesen Satz gilt es erst mal zu verdauen, aber ich hoffe Ihr versteht worauf ich hinaus will.

Eine teure Fotografie-Ausrüstung steht nicht automatisch für gute Fotos

Gerade hier auf FOTOFACH, wo der Technik-Teil mit seinen Test- und Erfahrungsberichten einen großen Teil der gesamten Seite ausmacht, mag es dem einen oder anderen schwer fallen, mir das folgende abzunehmen, aber technische Perfektion bedeutet noch lange kein gutes Foto!
Zu Beginn meiner persönlichen fotografischen Karriere erlag ich selbst dem Fauxpas zu glauben, je besser meine Ausrüstung, desto besser auch die Fotos. Das dem nicht so ist wird den meisten wohl bereits bekannt sein.
Gänzlich außer acht lassen sollte man die Ausrüstung dennoch nicht. In der Regel kann man festhalten: Je besser (heißt nicht zwangsläufig auch teurer) die Ausrüstung, desto mehr bzw. einfachere Möglichkeiten hat man seine Kreativität aus zu leben und zu dem Ziel zu gelangen, das man vor Augen hat. Stichworte: Lichtstärke, Schärfe, Freistellung, Weitwinkel, Tele usw.

Fotografische Gestaltungsrichtlinien sind nicht zwingend

Wer sich bereits längere Zeit mit der Fotografie auseinandersetzt wird sicherlich schon mal etwas von gewissen Gestaltungsrichtlinien gehört haben. Diese verfolgen alle das gleiche Ziel – ein gutes Foto als Endprodukt. Was mir bei der Betrachtung guter Fotos aber immer wieder auffällt, ist, dass sie eben nicht immer diesen Richtlinien folgen. Stellenweise kann man den Fotos sogar ansehen, dass die fotografischen Gestaltungsrichtlinien bewusst gebrochen worden.
Und schon steht man wieder vor dem gleichen Problem, soll man sich nun an die Richtlinien halten, sie bewusst brechen oder sich überhaupt keine Gedanken dazu machen? Da ein gutes Foto meiner Meinung nach eben keinen festen Gesetzen unterliegt, kann die Antwort hier nur lauten: Entscheide Dich situationsabhängig und wähle den Bildschnitt, der in Deinen Augen am besten zum Motiv passt.

Die wichtigsten Faktoren für ein gutes Foto

Für mich spielen persönliche Emotionen eine sehr große Rolle für ein gutes Foto. Wenn ich es mir anschaue und nichts dabei empfinde, dann wandert mein Blick ganz schnell weiter zum nächsten Bild. Es muss mich in gewisser Weise fesseln, die Blicke auf sich ziehen, die Fantasie anregen, mich in andere Welten führen...ich könnte fast ewig so weiter machen.
Was genau der Grund dafür ist, dass jenes bei einigen Fotos geschieht und bei anderen nicht, liegt wohl vor allem bei der eigenen Wahrnehmung und den damit verbunden persönlichen Erfahrungen, die man bisher in seinem Leben gesammelt hat.
Diese können natürlich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen, was meiner Meinung nach der Hauptgrund dafür ist, dass wir vermeintlich gute Foto gänzlich anders bewerten. Dem einen gefällt ein Foto sehr gut, er findet es gerade zu fantastisch und dem anderen will partout nicht in den Sinn kommen, was an dem besagten Foto so gut sein soll. Das macht die Geschichte natürlich sehr spannend, führt aber auch dazu, dass es eben keine allgemein gültige Antwort auf die Frage, was ein gutes Foto ausmacht, geben kann.

Emotionale Bindungen steigern die positive Wertung, schmälern aber die Objektivität

Ich wage mal die Aussage in den Raum zu stellen, dass Fotos, die mit und von einem selbst produziert wurden, eher als gutes Foto wahrgenommen werden, als Fotos von Fremden. Auch hier schwelge ich gerne in Erinnerungen und denke an damals, als ich meine erste Spiegelreflex-Kamera, die Canon EOS 400D, in Händen hielt und das Gelände der Landesgartenschau unsicher machte. Ich besaß die Kamera gerade mal drei Tage und dachte mir liegt die Welt zu Füßen. Gefühlt hatte ich so ziemlich jede Blüte, jeden Strauch und alles was irgendwie nach Fotomotiv aussah auf dem Gelände abgelichtet. Wieder zuhause angekommen, sah ein Foto besser aus als das Andere. Zum einen kam hier natürlich die Unwissenheit mit ins Spiel und auch die anfängliche Euphorie über die neue Kamera, aber auch, das die Fotos von mir waren, hatte sicherlich einen großen Einfluss auf meine damalige Sich bzw. Bewertung der Fotos.
Ich denke, dass ich damit sicher nicht ganz allein stehe und es auch ein ganz natürliches Verhalten ist. Dennoch musste ich lernen mir mit der Zeit einzugestehen, dass andere Fotos, die die gleiche Szenerie abbildeten, mir häufig besser gefallen haben als die Eigenen. Was natürlich nicht immer ganz leicht war, da es ja bedeuten könnte, dass man selbst Fehler gemacht hatte. Durch derartige Gedanken darf man sich aber keinesfalls aus der Ruhe bringen lassen, sie sollten eher ein Ansporn sein, es beim nächsten Mal besser zu machen. Stets mit dem Ziel vor Augen: Das nächste Foto wird das Beste, welches ich bisher überhaupt gemacht habe! ;)

Ich hoffe mal, dass es klar geworden ist, worauf ich hinaus will. Die eigenen Fotos werden gerne mal ein wenig voreilig für gut befunden, auch wenn sie es nicht unbedingt sind...

Jetzt kommt für mich aber ein weiterer, ganz wichtiger, Punkt mit auf den Plan. Die persönliche Bindung an ein Foto. Wodurch sie auch hervorgerufen wird. Sei es, weil ich den gesamten Entwicklungsprozess mitgemacht habe und mein Herzblut mit in dem Foto steckt. Es einen besonderen Ort zeigt an dem man vor langer Zeit gewesen ist und längst vergessene Erinnerungen geweckt werden. Oder einfach Bilder der Familie vom letzten Geburtstag oder der vergangenen Weihnachtsfeier. Hier spielen die, zu Beginn des Beitrag bereits erwähnten, Emotionen also eine sehr große Rolle. Wobei Empfindungen bei derartigen Fotos noch mal deutlich stärker ausfallen, da man ja selbst dabei gewesen ist.

Mein persönliches Fazit

Wenn man nun alle aufgeführten Punkte zusammen in einen Topf wirft, einmal kräftig umrührt, dann müsste dabei ja theoretisch ein gutes Foto entstehen? Dem mag sogar so sein, aber womöglich nur für mich persönlich. Und das ist auch gut so, warum?
Es bietet genügend Spielraum für viele gute Fotografen und noch vielmehr gute Fotos!

Das Foto

Jetzt hätte ich doch glatt die eigentliche Aufgabenstellung der Blogparade vergessen. Diese bestand darin ein Foto vorzustellen und mit den eigenen Worten kurz zu beschreiben, warum man gerade dieses ausgewählt hat. Da ich die Naturfotografie sehr liebe, stand für mich von Anfang an fest, dass es ein Naturfoto sein muss. Ich entschied mich für das folgende Wolkenbild:

Warum aber nun gerade dieses Foto?
Wenn ich das Foto betrachte, sehe ich pure Naturgewalten, welche der Mensch noch nicht gelernt hat zu kontrollieren. Es sind diese ungeheuren Kräfte, die sich da oben über unserem Kopf zusammenbrauen und jeden Moment drohen los zu brechen. Und trotz dieser allgemein eher düster angehauchten Grundstimmung sind da noch die Sonnenstrahlen, die es schaffen mit ihrem wärmenden und hellen Licht das Dunkel zu durchbrechen.
Dies bestärkt mich in dem Gefühl niemals aufzugeben, so ausweglos eine Situation auch erscheinen mag...

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Kommentare 

+1 # Olli - www.fotolism.us 08. November 2009 - 21:30
Danke für deinen tollen Beitrag an unserer Blogparade. Sehr ausführlich und nachvollziehbar geschrieben... bei vielen Argumente erkannte ich mich wieder und musste zustimmend nicken. Gestaltungsrich tlinien... Regeln sind dazu da gebrochen zu werden... zur Technik, das stimmt, mit der eigenen Kreativität ausleben... und zu den Emotionen zu einem Bild... das ist für mich ein sehr wichtiger Punkt, ein Bild muss mir selbst gefallen... deswegen werde ich wohl nie ein Stockfotograf werden.
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