Am Wochenende habe ich meine erste Hochzeit hinter mich gebracht, bei der ich als Gast und als Hochzeitsfotograf aufgetreten bin. Ich fand es eine gute Erfahrung und es hat durchaus Spaß gemacht. Trotzdem wollte ich hier mal über das Dilemma eines solchen Fotografen sprechen.
Auf der einen Seite soll man sich als Gast wohl fühlen und auch an den Geschehnissen und am Essen teilnehmen, auf der anderen Seite bedeuten gute Fotos, dass man sich ständig bewegt und von allen Seiten Fotos von den Personen (insbesondere dem Brautpaar) macht. Beides richtig gut durchzuführen ist daher kaum möglich und man muss einen Kompromiss eingehen.
Auf der einen Seite ist der Gast, der sich amüsiert und bei den verschiedenen Spielen und Ereignissen mitwirkt. Dazu gehört auch gut zu Essen und gut (Alkohol) zu trinken und mit anderen Gästen zu plaudern.
Auf der anderen Seite ist der Profifotograf, der nichts anderes tut als zu fotografieren und auch sonst keine andere Funktion bei der Feier hat. Hab mal von einem Freund gehört, dass ein Profifotograf bei einer Fotoreportage vom Friseur bis Tief in die Nacht rund 3000 Fotos geschossen hat. Aus den Fotos konnte ich sehen, dass er sich ständig bewegt haben muss, weil er ein und dieselbe Szene aus vielen verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen hat. Durch die abwechselungsreichen Blickwinkel fand ich die Bilder sehr interessant und „professionell“.
Und beides als Amateurfotograf unter einem Hut zu bringen ist halt schwierig bzw. unmöglich.
Soll man möglicherweise nicht so viel trinken, um zu späterer Stunde noch halbwegs zurechnungsfähig zu sein und die Kamera noch bedienen kann? Oder soll man fröhlich drauf los trinken und hoffen, dass man auch dann, wenn man alles doppelt sieht, noch halbwegs gute Fotos machen kann und auf die Automatik der Kamera vertrauen?
Soll man immer wenn Trinksprüche etc. erfolgen, vom Platz aufstehen und rumlaufen, um gute Positionen für Fotos zu finden? Oder soll man am Platz bleiben und selbst das Glas erheben?
Diese und ähnliche Fragen habe ich mir während der Hochzeit gestellt.
Ich selbst hab es jetzt so gemacht, dass ich zwar was getrunken habe, aber nur mäßig, bzw. erst losgelegt habe, als der Großteil der Pflichtübungen fertig war (also nach dem Anschneiden der Torte). Und ich habe mir einen guten Sitzplatz besorgt, an dem ich vom Sitzplatz aus eine gute Position auf das Brautpaar und ggf. Redner hatte, und habe dann vom Platz aus fotografiert. Das führt zwar dazu, dass die Fotos immer aus demselben Winkel sind. Aber so konnte ich auch mal mit Anstoßen und hab durch ständiges Aufstehen nicht weiter gestört. Ich selbst bin mit den Fotos, die ich gemacht habe eigentlich ganz zufrieden.
Ich denke solche Details muss man mit dem Brautpaar absprechen. Man kann und sollte als Gast nicht den Umfang erledigen, den ein Profifotograf macht, der mit der Feier selbst sonst nichts zu tun hat und sich voll auf das Fotografieren konzentrieren kann. Dies sollte man dem Brautpaar auch deutlich zu verstehe geben. Nicht das diese solche Fotos von einem erwarten. Dass kann ein Amateurfotograf, der auch noch die Funktion des Gastes hat, nicht leisten.
Mich würde interessieren, ob ihr auch schon solche oder ähnlihe Erfahrungen gemacht habt und wie ihr dieses Dilemma lösen konntet. Über Eure Tipps würde ich mich freuen, da mir noch 2 Hochzeiten bevorstehen, bei dem ich nochmal fotografiere soll.
Erfahrungsberichte

Kommentare
Da ich bisher aber immer nur als Gast anwesend war, welcher von Zeit zu Zeit mal ein wenig geknipst hat, kann ich hier nicht wirklich aus Erfahrung sprechen. Mich würde es allerdings auch mal interessieren wie das die Profies hinbekommen?
Nach deinen Beschreibungen Björn, glaube ich aber du hast es recht ausgewogen hinbekommen!
Aber anscheinend hast Du es jetzt doch noch ganz gut hinbekommen.
Kann man denn irgendwo ein paar der Ergebnisse zu begutachten? Würden mich schon sehr interessieren.
Danke und ein schönes Wochenende noch
genau das ist mir auch bei einer Hochzeitsfeier passiert.
Ich habe die ganze Zeit Bilder gemacht und habe mittendrin einmal mit
dem Brautpaar angestoßen.
Meine Bilder sind mir gelungen,und das Brautpaar hatte sich über meine
Bilder sehr gefreut.
Die haben sie als Hochzeitsgesche nk von mir bekommen.
Ich hatte mich während der aufnahmen mich wirklich nur auf das Fotografieren
hoffentlich sind die gut geworden8)8)
Und das beste ich darf einige Bilder von der Hochzeit als
Referenz für mich privat benutzen.
also ich hatte inzwischen die Gelegenheit auf drei Hochzeiten zu fotografieren und musste dabei auch Gast sein. Man weiß dann schon, wann man die Kamera Kamera sein lässt und wann nicht. Spätestens dann, wenn die Freundin böse guckt
Du Ärmster
Zitat:
Das hört sich doch schon viel besser an