Habt Ihr euch schon einmal gefragt: Welches Aufzeichnungsformat verwendet denn der "Andere"? Bearbeitet "Er" seine Bilder? Mit welcher Software arbeitet dieser Fotograf?
Ich stellte mir dieselben Fragen desöfteren zum Beginn meiner Hobbyfotografie-Karriere ;-) Im Laufe der (zugegeben wenigen) Jahre habe ich mir beim gesamten Workflow (vom Schuß der Bilder bis zum Hochladen in diversen Galerien, dem Print am Fotodrucker oder der Übergabe der Dateien ans Fotolabor) einen "eigenen Stil" angeeignet.
Ich möchte euch als Anregung einen Einblick in meine Arbeitsweise verschaffen, aber erhebe auch keineswegs den Anspruch den einzig "wahren" Ablauf darzustellen. Richtige Arbeitsweisen gibt es viele, und ich möchte euch eine mögliche vorstellen.
Als grundsätzliche Frage müßte man sich über die Größe der Dateien, also die Auflösung Gedanken machen. Früher stellte ich je nach Ausgabeformat verschiedene Auflösungen ein. Davon möchte ich abraten. Ich verwende jetzt ausschließlich den RAW Modus und speichere zusätzlich ein mittleres Jpg. Format ab. Warum? Erstens verbaut man sich mit zu kleinen Dateien die spätere Möglichkeit großformatige Abzüge zu erstellen, und zweitens verwende ich die kleineren Jpg´s als Vorschau am PC. So erspare ich mir die ganze Speicherkarte in den RAW Konverter zu laden, was mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen kann. So erfolgt auch gleichzeitig die erste Auslese der Bilder die ich behalten möchte.
Der nächste Punkt den man bedenken sollte ist die Frage nach dem Farbprofil. Die heutigen Cam´s bieten meist die Möglichkeit im RGB oder Adobe RGB Farbraum abzuspeichern. Kurz gesagt: ich verwende den Adobe RGB Farbraum, da alle meine Komponenten wie Kamera, Monitor, Software und Photodrucker dieses Format unterstützen. Der Vorteil von Adobe RGB zu RGB ist der größere Farbraum den man zur Verfügung hat. Einen kleinen Nachteil gibt es bei dieser Entscheidung aber: beim Hochladen in Web-Galerien hat man eine Konvertierung ins RGB Format zu akzeptieren. Das hat zur Folge das bei manchen Bildern die Farben etwas dunkler wirken. Ich berücksichtige das schon bei der Bearbeitung und gleiche dies aus.
Nun der erste Schritt des eigentlichen Workflow´s. Das Importieren und Entwickeln der Raw Dateien (bei Olympus das ORF Format). Ich verwende das Modul Camera Raw 5.3 in Photoshop CS4. Es bietet annähernd die Möglichkeiten wie Adobe Lightroom 2, und man kann sehr gut die Grundparameter des Bildes justieren.
Die Belichtung: Ich bevorzuge schon bei der Aufnahme eine geringfügige Unterbelichtung, da Details aus den Tiefen leichter zu rekonstruieren sind als ausgefressene Lichter. Leichte Nachjustierung mit dem Regler "Belichtung"
Die Details in den Tiefen: Mit den Reglern "Tiefen und Lichter" versuche ich noch Zeichnung in den dunklen Bildpartien zu erhalten. In disem Stadium der BA achte ich noch nicht auf sattes Schwarz, das kommt später. Mit den Lichtern verfahre ich ähnlich, nur das ich hier die Funktion Reparatur zusätzlich verwende. Hier bekommt man leicht überbelichtete (ausgefressene) Stellen in den Griff.
Die Farben: Ich bevorzuge bei der Aufnahme die Einstellung normale Sättigung oder sogar gering. Besonders bei knallroten Motiven hat man oft das Problem das durch Übersättigung die Details verloren gehen, die später recht schwer oder nur unzulänglich rekonstruiert werden können. Im Konverter belasse ich diese Einstellungen, sondern gleiche dies in CS4 mit der Funktion Dynamik aus. Ich hebe so nur die gering gesättigten Bereiche an und erhalte für mich eine sehr ausgewogene Farbgebung, frei nach dem Motto : weniger ist oft mehr".
Das Rauschen und Schärfen: Hier stelle ich die Regler alle auf null. Warum dies werden sich jetzt manche fragen? Nun entrauscht und nachgeschärft wird bei mir grundsätzlich erst am Schluß vor dem Speichern. Der Grund ist recht einfach, mit dem Entrauschen vernichtet man unweigerlich Details und Informationen im Bild, und ich bevorzuge die Software Imagenomic noiseware die ich als CS4 Filter eingebunden habe. Sie Funktioniert um einiges besser als dieselbe Funktion in CS4 oder Lightroom, und kann dezenter und filigraner justiert werden.
Somit ist für mich die Arbeit im RAW Konverter erledigt und es erfolgt die Übernahme des Bildes in CS4.
Bei der Bildbearbeitung selbst konzentriere ich mich dann größtenteils auf die Bildwirkung, das heisst ich versuche das Bild "knackig" wirken zu lassen. Dies versuche ich mit der Funktion Tonwertkorrektur zu erreichen. Ich strebe in den dunkelsten Partien sattes Schwarz und in den hellen Stellen (falls vorhanden) reines weiß an. Die Ergebnisse werden euch verblüffen. Aus flauen oder flachen Bildern entstehen so dynamisch wirkende Fotos. Achtung: diese Regler mit Bedacht einsetzen, sonst erhällt man die so gefürchteten "Tonwertabrisse". Dann erhält man nämlich Bilder wo man beim Betrachten feststellt, daß irgendetwas zu fehlen scheint (fehlende Mittentöne, Farben, Licht?).
Bin ich mit dem Erscheinungsbild des Fotos zufrieden wird wenn nötig noch gestempelt oder mit diversen Helferlein in CS4 gearbeitet. Das ist sehr stark vom Bild - Motiv abhängig und kann auch nicht pauschal erklärt werden. Nur so viel dazu: eines meiner Lieblingswerkzeuge ist der Reparaturpinsel! Das ist auch der Grund warum ich bei Bedarf noch keinen Bildschnitt verändere. Der Reparaturpinsel benötigt immer die ursprünglichen Bildinformationen. Auch der Abwedler und diverse Lasso und Zauberstabfunktionen finden bei mir Verwendung.
Jetzt wird bei mir erstmalig nachgeschärft. Wohlgemerkt liegt das Bild noch immer in voller Auflösung vor. Ich verwende den Befehl unscharf maskieren und taste mich mit Einstellung Radius 0,8-1,5 Schwellenwert 2-3 Stufen, und Stärke 80-150% an mein gewünschtes Ergebnis heran.
Jetzt kommt der vorletzte Arbeitsschritt.
Der Bildschnitt: Hierzu verwende ich das Freistellungswerkzeug. Man kann bequem die Maße des Bildes über die Tastatur eingeben und stellt so die richtigen Proportionen sicher.
Als letztes bestimme ich die Bildgröße. Diese hängt jetzt von dem Ausgabemedium ab, Webgalerie, Photolabor oder Tintenstrahldrucker. Wichtig ist jetzt nur achtzugeben, dass man für die jeweilige Situation genügend Auflösungsreserven hat. Besonders bei Bildausschnitten muß man aufpassen. Grobe Anhaltspunkte: Für Webgalerie sollten es ca. 70-90dpi sein. Für Tintenstrahler ca. 240dpi und fürs Fotolabor je höher umso besser, 300dpi sollten angestrebt werden.
Wird das Bild online gestellt verwende ich folgende Methode: Bildgröße halbieren und mit selektivem Scharfzeichner mit Regler Radius 0,3-0,5 und angepasster Stärke. Das Halbieren des Bildes erhält mehr Details als würde man es sofort auf die Endgröße skalieren. Jetzt verkleinere ich nochmals auf die gewünschte Endgröße und schärfe ein letztes mal nach. Diesmal mit Radius 0,3 und Stärke ca. 15-20%
Abgespeichert wird mit der Option "für Web und Geräte speichern", das hat den Vorteil dass man mit der Option "Metadaten - alles" auch die exif-Informationen im Bild erhalten kann, und mit einem Regler die Enddateigröße besser steuern kann.
That´s it!
Ich hoffe mit diesem Workflow einige Anregungen gegeben zu haben. Wie gesagt, ob es die beste Arbeitsweise ist? Mit Sicherheit nicht, aber es ist ein Weg unter vielen, und ICH bin (meistens) mit den Ergebnissen zufrieden. Wer Fragen oder Anregungen zum Thema hat, nur her damit!
Erfahrungsberichte


Kommentare
Ist wahrscheinlich nicht selbstverständl ich aber warum sollte man seine Erfahrungen nicht mit anderen teilen? Fotofach soll ja genau diesen Gedanken verfolgen! Danke für deinen Kommentar.
@Cernon
sofern ich jetzt nicht ganz falsch liege geht das meiste auch mit CS2 und 3.
Du hast natürlich absolut recht, diesen Aufwand lasse ich nur Fotos zukommen die auch für die Öffentlichkeit, sprich online Galerie oder Abzüge für die Wand vorgesehen sind. Bei solchen Bildern verbringe ich zwischen 1 und 3 Stunden mit der BA.
Eine ganz grobe Auswahl treffe ich schon in der Cam, meistens mit den Kriterien Belichtungsdiag ramm und Grundschärfe.
Die Eigentliche Auswahl treffe ich dann am PC beim groben durchsichten der Bilder in 100% Ansicht, unterscheidet sich natürlich zB. Sportfotos oder Tierfotos. Beim Sport gibt es Naturgemäß mehr Ausschuß. Aber so zwischen 30-50% können da schon ausgemustert werden.
Normale Fotos Archiviere ich in Ordnern auf externen Festplatten und sichere von Zeit zu Zeit auf DVD. Ich sag mal die besten 20-30 Bilder je Shooting drucke ich meist unbearbeitet auch in 10x15mm aus, .(besondere auch schon mal in A3 ;-).
Nun muss ich nur noch so gute Bilder machen wie du ;o))
Den Trick mit dem halbieren der Bildgröße kannte ich allerdings noch nicht und werde ich beim nächsten Mal definitiv mal ausprobieren. Hast Du vielleicht für den Moment irgendwo ein paar Vergleichsbilde r? Würde mich nämlich schon sehr interessieren.
Bezüglich der Tonwertkorrektu r habe ich allerdings noch so meine Probleme. Mir ist zwar bewußt das man mit dieser Funktion seine Bilder sehr gut aufwerten kann, aber bei mir ist es meist zu sehr ins eine oder andere Extrem abgerutscht. Dadurch hatte ich meine Bilder meistens nur verschlimmbesse rt. MIr ist zwar klar das man hier sehr behutsam vorgehen sollte und ich halte mich auch daran, aber dennoch wollen die Ergebnisse nicht so werden, wie ich es mir wünsche/ vorstelle.
Hast Du hier vielleicht noch ein paar Tipps, was es zu beachten gilt und wie Du genau vorgehst?
Vielen Dank und liebe Grüße
Der Alex
Ich versuche auch gerade, mir das anzugewöhnen... *seufz*
Das mit dem Halbieren hat mir mein Grafiker-Freund von vor 10 Jahren schon beigebracht, seitdem mache ich das immer so, wobei ich mich schon manchmal gefragt habe, ob das heute noch so notwendig ist ;o)
Die Idee mit den Ebenen ist schon mal gar nicht so schlecht und ich nutze diese auch, aber was mir fehlt ist noch ein Gespür für den richtigen Umgang mit diesem Werkzeug. In der Regel versuche ich immer die bekannte S-Kurve zu erzeugen, aber irgendwie sehen meine Ergebnisse dann immer ganz anders aus als bei Anderen. Natürlich ist mir auch bewußt, dass es sicherlich nicht von heute auf morgen was werden wird und da eine Menge Übung dazugehört, aber ich erhoffte mir vielleicht noch ein paar Tipps oder Denkanstöße für den richtigen Umgang abgreifen zu können
Dieser Beitrag hilft mir deshalb schon mal sehr weiter und bietet mir die Möglichkeit einen guten Einstieg zu finden. Allerdings muß ich als Neuling gestehen, dass mir zwar schon einige der Begrifflichkeit en bekannt sind, ich allerdings noch keine Idee habe wie und wo man diese findet.
Als Bildbearbeitung sprogramm habe ich bisher nur erste Erfahrungen mit Paint.net gesammelt, war allerdings nicht so sehr zufrieden mit der Software.
Man liest in der Regel immer nur noch von Photoshop und alle Tipps & Tricks beziehen sich häufig auch nur auf diese. Jetzt frage ich mich natürlich ob es sich lohnt die 1000€ zu investieren und sich Photoshop zuzulegen? Wie seht ihr das, lohnt sich die Anschaffung?
Gruß
Holger
also mit Ebene zu arbeiten ist schon eine feine Sache. Ich liebe mittlerweile die entsprechenden Möglichkeiten, auch wenn der Einstieg nicht ganz einfach ist.
@ Alex: verwechelst du Tonwertkorrektu r und Gradationskurve ? Ich kenne bei der Tonwertkorrektu r keine S-Kurve?!? Ich versuche auch annähernd die S-Kurve in der Gradation zu erreichen. Es gibt aber die möglichkeit in CS3 hier viele "Greifpunkte" auf Kurve zu legen und dann sehr genau anzupassen. Zudem kann man während das Diologfenster auf ist, mit einer Pipette ins Bild gehen. Dann zeigt das Dialogfeld an, wo sich der Helligkeitswert auf der Kurve befindet. So schaue ich immer wo sich welche Bildbereiche auf der Gradationkurve wiederfinden, die ich anpassen will und ändere dann punktgenau die Kurve..
@ Holger: Ich wollte dir gerade vorschlagen, dir doch das CS3, also die ältere Version zuzulegen. Hab aber gerade gesehen, dass bei Amazon CS3 teurer ist als CS4...schon lustig. Ansonsten gibt es die Möglichkeit über VHS-Kurse an günstige Versionen (Studentenversi on) zu kommen. Die kostet rund 250 € glaube ich...und ansonsten gibt es als Kostenlose Möglichkeit auch GIMP.
Ihr habt mit den Ebenen natürlich recht, ich verwende sie auch, aber nicht für jede Veränderung.
Ich lege meist 2-3 Kopien an und vergleiche auch schon mal 2 Versionen. Im Beitrag hab ich´s schlicht und ergreifend vergessen. mea culpa - sorry!
@Holger
Eine Alternative wäre noch Adobe Photoshop elements, ist für unter 80€ zu bekommen und für Einsteiger in die digitale BA bestens geeignet.
@ Alle Danke für die Kommentare, freut mich das der eine oder andere was nützliches dabei gefunden hat.
Du hast natürlich absolut recht, da habe ich wohl zwei Dinge ein wenig durcheinander gewürfelt.
Vielen Dank für die Klarstellung und einen ersten Einblick in Deine Arbeitsweise mit der Gradationskurve . Ich werde es einfach nochmal so wie von Dir beschrieben versuchen und hoffe beim nächsten Mal einfach mehr Glück zu haben.
@all
Falls jemand noch weitere Ideen oder Tipps für mich haben sollte, dann wäre ich ihm dafür sehr verbunden.
Bedenkt aber bitte immer, Ihr habt es (noch) mit einem Noob zu tun
"@ Walter: wie wäre es mit einem weiterem Blog über Ebenentechnik??
Wäre ich natürlich auch sehr dran interessiert
GIMP hatte ich mir auch schon mal angeschaut, allerdings wirkte es auf mich irgendwie alles sehr unstrukturiert und die ganzen Fenster haben meine allgemeine Verwirrung nur noch gesteigert.
Über den Tipp bezüglich VHS-Kurse und damit vergünstigte Photoshop Versionen werde ich aber noch mal nachdenken. Außerdem hätte es so gleich noch einen netten Nebeneffekt, ich hätte die Möglichkeit einen guten Einstieg in Photoshop zu finden.
@waldrillo
Gibt es irgendwo eine Übersicht wo die Unterschiede zwischen Photoshop und Photoshop Elements aufgeführt werden? Vom Preis her wäre Elements ja schon der Hammer, sofern die Unterschiede halt nicht so groß sind. Ansonsten will ich irgendwelche Tutorials im Internet nachvollziehen und stoße ständig an dessen Leistungsgrenze n, so dass ich am Ende dann doch wieder die komplette Photoshop Suite kaufen muß???
@allFalls jemand noch weitere Ideen oder Tipps für mich haben sollte, dann wäre ich ihm dafür sehr verbunden.Bedenkt aber bitte immer, Ihr habt es (noch) mit einem Noob zu tun
Ja so aus dem Stand und ohne Anlass ist das natürlich schwierig. Aber wenn es Fragen gibt, steht dir das Forum zur Verfügung um diese los zu werden. Es findet sich bestimmt jemand, der darauf anwortet
kann mir mal was zum Thema Ebenen überlegen
@Alex
Eine direkte Gegenüberstellu ng der beiden Programme ist mir jetzt auf Anhieb nicht bekannt, aber mach dich mal bei Ebay schlau zB. Photoshop CS2 gibt´s da schon recht günstig, das kenne ich und ist wirklich nicht viel Unterschied zu CS4
Ich würde beim Schärfen noch ein kleinen schritt weiter gehen und vor dem unscharf markeiren erstmal in einem kontrastreichem Kanal die konturen finden und diese mit Tonwertkorrektu ren deutlicher anschärfen, danach erst unscharf maskieren.
Ich habe deinen beitrag noch nicht ganz durchgelsen aber ads werde ich schleunigst machen sobalbd ich grad etwas befreit bin von der arbeit zuhause.
MfG
Ich finde es immer wieder super, dass es auch heutzutage immer noch Leute gibt, die ihr Wissen mit anderen teilen und nicht wie so viele, wie ein Staatsgeheimnis für sich bewahren
Was ich mir allerdings gewünscht hätte, wären ein paar mehr Bilder von den einzelnen Arbeitschritten ...
Danke für deinen Kommentar!
Im Prinzip ein richtiger Ansatz mit den Kontouren, dafür bietet sich meistens der Blau-Kanal an! Ich muß jedoch sagen daß diese Art der Schärfung sehr speziel dem Motiv angepaßt werden sollte. Bei Motiven mit sehr feinen Details kann es dir passieren daß du die feinen Strukturen unnötig "aufbläst" und somit Feinzeichnung herschenkst.
Hier würde ich diese Technik nicht pauschal auf alles anwenden.
Trotzdem, guter Gedanke aber mit Fingerspitzenge fühl einsetzen.
Auch dir Danke für den Kommentar!
Freut mich daß du positiv zu diesem Artikel stehst.
Nach mehrmaligem lesen dieses meinem Blog muß ich dir Recht geben, ein paar Bilder zu gewißen Schritten hätten nicht geschadet. Die Arbeitsabläufe hat man schon so in sich verinnerlicht daß man übersieht wie es der Leser aufnimmt.
Ich werde mich in Zukunft bemühen es besser zu machen.
LG Walter
1. Farbprofil: Adobe RGB an der Kamera eingestellt ist schon ok, aber im RAW Konverter oder Photoshop liefert der Farbraum PRO PHOTO RGB die besseren Ergebnisse. Man merkt die Unterschiede ganz deutlich wenn man wie gewohnt seine Regler verschiebt und sich wundert was an Farben und Luminanz plötzlich noch vorhanden ist. Der Pro Photo RGB ist aber als Arbeitsfarbraum zu betrachten weil er WÄHREND der Bearbeitung hervorragende Ergebnisse in Sättigung und vielen anderen Parametern erzielt. Nach der Bearbeitung sollte natürlich schon in einen sinnvollen Ausgabefarbraum konvertiert werden, da dieser große Farbraum weder im Druck noch auf dem Monitor sichtbar ist. Während der Bearbeitung gibts aber einen Riesenunterschi ed der durch die Konvertierung nicht zerstört wird.
2. Adobe Camera RAW erzielt bei Olympus und Nikon Kameras keine guten Ergebnisse. Die hauseigenen Konverter von Olympus (Studio...?) und Capture NX bzw. Gratissoftware View NX erzielen wesentlich bessere Ergebnisse. Leider bieten sie nur rudimentäre Möglichkeiten. Bei View NX fehlt z: B. die Rauschreduzieru ng. Ist aber kein Problem da man mit Freeware Exif/Metadaten Software schon VOR der Entwicklung mal einen Blick auf die Bilddaten werfen kann und Kameraeinstellu ngen korrigieren kann auch wenn das Bild schon längst geschossen ist. Hier ist PHOTO ME sehr zu empfehlen (tolle Freeware !!!) Kurz am Beispiel Entrauschung erklärt. Vor der eigentlichen Entwicklung im Konverter die RAW Datei in Photo Me öffnen und die Parameter zur Rauschreduzieru ng ändern. Per Knöpfchendruck in den RAW Konverter umschalten, das Bild entwickelt sich automatisch nach den neuen Vorgaben. Wenn zum Beispiel beim Fotografieren keine Rauschunterdrüc kung zugeschaltet war, dann ist sie es jetzt. Der Konverter geht davon aus das er mit Rauschreduzieru ng entwickeln soll...und macht das auch. Besser und schonender als jede nachträgliche Entrauschung durch Photoshop oder was auch immer.
3: huch...da bin ich dann doch ein bischen überrascht. Es gibt in Photoshop sowas wie Einstellungeben en und Nichtdestruktiv e Werzeuge. Direkt mit der Tonwertkorrektu r oder sogar dem Reparaturpinsel auf dem Bild herumzugurken ist eigentlich nicht das was man von professionellen Menschen erwarten würde. Leute informiert euch und lernt die Sachen, bevor ihr hier herumschreibt...
4.Ne jetzt gehts los ! Für WEB UND GERÄTE SPEICHERN haut dir deine ganze Arbeit wieder weg, denn damit ist nur eine 72 dpi Auflösung möglich und die Exif / Metadaten werden vernichtet....was ja ok ist ,wenn man Bilder ins Netz stellt oder verschickt. Schonmal in ein Metadaten oder Exifdatenprogra mm geguckt...? Schon interessant was da alles drin steht. Datenschutz sollte schon sein. Es gibt prima Freeware mit der Metadaten gelöscht werden können ,so das nur noch das Farbprofil erhalten ist. zB."Exifer" (Freeware)
Erstmals Danke für das Interesse am Beitrag!
Punkt 1 deiner Liste Stimme ich dir voll und ganz zu!
Punkt 2: also ich machte die Erfahrung das der hauseigene Olympus RAW-Konverter die Bilder im allgemeinen sehr weich entwickelt (zumindest bei der E-30), und ich vom Handling der OLY Software nicht sehr angetan bin. Die Arbeitsgeschwin digkeit in Olympus Studio ist für mich nicht akzeptabel. Das mag aber vielleicht auch Geschmackssache sein?
Das Entrauschen vor der eigentlichen RAW Entwicklung mußt du mir jetzt bitte genauer erklären: Wenn ich nach deiner Anleitung schon vor beziehungsweise während der Raw Entwicklung entrausche, dann nehme ich mir doch den Vorteil des Raw Formates und könnte gleich in Jpg Abspeichern? Egal wie schonend eine Software entrauscht, sie zerstört informationen und was spricht dagegen diesen Verlust so spät wie möglich in Kauf zu nehmen?
Ich bin absolut kein Profi, aber glaube mir das Thema entrauschen habe ich wahrscheinlich auf 30 - 50 verschiedene Arten probiert und für mich getestet. Bis jetzt war es für mich die beste Lösung diese Minderung im Detailgehalt der Bilder so klein wie möglich zu halten.
Ich möchte hier auch noch nachschicken daß ich des öfteren nicht das gesamte Bild entrausche sondern sehr wohl motivbezogen nur gewisse Bereiche, eben um feinste Strukturen zB. Gefieder bei Vögeln oder Hautstrukturen bei Reptilien usw. zu behalten.
Über diesem Thema könnte man sicher Tage und Monate brüten und die Perfekte Lösung nicht finden. So viele verschiedene Software und natürlich Kammera-abhängige Eigenheiten wären zu beachten. Man nehme einfach mal das unterschiedlich e Erscheinungsbil d von "rauschen". Eine E-510 rauscht anders als eine E-30, C... N... S... und Co. sehen beim rauschen ebenfalls unterschiedlich aus.
Fazit: Nicht jeder arbeitet gleich und bevorzugt andere Prioritäten. Und das ist gut so.
Punkt 3: So wie du es sallop formulierst " auf dem Bild herumzugurken" finde ich ja fast schon ein wenig beleidigend! Aber gut wir haben ja Meinungsfreihei t.
Ich möchte nur anmerken, wenn du alle Kommentare gelesen hast, wirst du vielleicht bemerken daß ich zu einem späteren Zeitpunkt erwähnte, daß ich sehr wohl mit Ebenen arbeite und niemals auf dem Original "herumgurke"! Ich hatte es im eigentlichen Artikel einfach vergessen und es auch nachträglich geschrieben. So viel zum Thema "professionelle Menschen".
Ich behaupte NICHT von mir ein Profi zu sein, und wir als engagierte Amateure lernen unser Sachen nach unseren Möglichkeiten. Ich lade dich aber sehr gerne ein einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben, daß wir unseren Horizont erweitern können. Auch ich bin gewillt zu lernen und meine Möglichkeiten zu verbessern.
Punkt 4:
Hier ein Auszug aus meinem Beitrag:
Als letztes bestimme ich die Bildgröße. Diese hängt jetzt von dem Ausgabemedium ab, Webgalerie, Photolabor oder Tintenstrahldru cker. Wichtig ist jetzt nur achtzugeben, dass man für die jeweilige Situation genügend Auflösungsreser ven hat. Besonders bei Bildausschnitte n muß man aufpassen. Grobe Anhaltspunkte: Für Webgalerie sollten es ca. 70-90dpi sein. Für Tintenstrahler ca. 240dpi und fürs Fotolabor je höher umso besser, 300dpi sollten angestrebt werden.
Abgespeichert wird mit der Option "für Web und Geräte speichern", das hat den Vorteil dass man mit der Option "Metadaten - alles" auch die exif-Informationen im Bild erhalten kann, und mit einem Regler die Enddateigröße besser steuern kann.
Für Web und Geräte speichern bezieht sich auf das Ausgabemedium Internet, und somit sind die 72dpi auch richtig. Der gesamte Artikel "vom RAW zum Galeriebild" bezieht sich gröstenteils auf die Ausgabe in Online-Galerien, wo üblicherweise ca. 800-1000 pixel Breite zur Verfügung stehen.
Das 99% der Leser hier keine Bilder in Kunstgalerien mit riesigen Prints ausstellen braucht man glaube ich nicht zu erwähnen. Sollte es im Beitrag nicht richtig rübergekommen sein, daß für Web und Geräte speichern beim online stellen gemeint war, möchte ich mich hier dafür entschuldigen.
Deine Aussage das die Exif/Metadaten vernichtet werden ist falsch! In CS4 gibt es einen Haken wo man genau daß mit verschiedenen Optionen bestimmen kann.
Nicht´s für ungut, wenn du Profi bist, bin ich gerne bereit von dir zu lernen, wenn nicht dann ebenfalls!!!
Sollte ich hier unwahrheiten im Beitrag von mir gegeben haben, bitte ich dich hiermit das mitzuteilen.
Wir bei Fotofach sind bemüht anderen Hobbyfotografen zu helfen oder Anregungen zu vermitteln. Niemand erhebt hier den Anspruch über das einzig Wahre Wissen zu verfügen.
In diesem Sinne....
Liebe Grüße Walter Oberhofer