Funktion der Ebenenmaske bei der Erstellung von HDR

Funktion der Ebenenmaske bei der Erstellung von HDR

HDR sind beeindruckende Bilder. Sie entstehen durch das Zusammenfügen von Belichtungsreihen. Dadurch erhöht sich der Dynamikumfang des Bildes und es kann viel mehr dargestellt werden. Vergessen die Zeiten von überstrahlten Himmeln oder anderen Lichtern und im Schwarz absaufende Dunkelbereiche.
Hierzu gibt es eine ganze Reihe von automatischen und manuellen Techniken.

Hier stelle ich nun die Möglichkeit der Ebenenmasken bei der manuellen Bearbeitung vor. Funktion der Ebenenmaske bei der Erstellung von HDRIch habe hier das bekannte Rathausbild aus dem HDR-Workshop genommen. So kann jeder dies anhand der im Downloadbereich bereitgestellten Vorlagen selber nachmachen und ausprobieren.

Ausgangsposition ist eine Reihe von Ebenen. Dabei werden alle drei Fotos mit den unterschiedlichen Belichtungen in drei Ebenen kopiert. Dabei wird das hellste Foto als erstes und das dunkelste Foto als letztes als Ebene eingestellt. Dies ist aber auch kein Zwang. Genauso geht es auch andersrum. Der Übersichtlichkeit halber sollte aber die Belichtungen von Hell nach Dunkel oder andersherum aufgebaut werden.

Ich habe noch eine 4. Ebene eingestellt, damit man den Effekt der Ebenenmaske besser erkennen und dann auch besser verstehen kann. Diese habe ich mit „Ebene --> Neu.. --> Ebene..“ erstellt und dann per Drap und Drop an die unterste Stelle gezogen. Dann habe ich per „Bearbeiten --> Fläche füllen“ die Fläche mit weiß gefüllt.

Heraus kommt folgende Situation. Dabei sieht man unten rechts die 4 Ebenen, schön aufgereiht. Dabei sind alle Ebenen sichtbar. Dies erkennt man durch die Augen neben den Ebenen. Durch klicken auf diese Augen kann man die Ebene sichtbar oder unsichtbar machen.

Im Falle der Rathausvorlage waren die Ebenen nicht genau ausgerichtet, weil es sich um eine Freihandaufnahme handelte. Markiert man alle drei Fotoebenen und geht über „Bearbeiten“ auf „Ebenen automatisch ausrichten“ so werden sie wie der Name schon sagt, ausgerichtet.

Die Grundidee ist nun, dass man sich das Beste aus jeder Belichtung heraussucht, und alles in einer Ebene einfügen. Beispielsweile kommt in der dunkelsten Ebene der Himmel am besten zur Geltung. Anderseits sich in der hellsten Belichtung die Bäume am besten zu erkennen.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten diese Bereiche auszuwählen. Ich zeige das mal anhand des Himmels.

Farbauswahl


FarbauswahlMan sorgt zunächst dafür, dass nur die dunkelste Ebene zu sehen ist. Dies geschied durch das Wegklicken der „Augen“ in den anderen Ebenen.

Nun geht man über „Auswahl“ in den Bereich „Farbbereiche“. Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten um bestimmte (Farb)Bereiche auszuwählen. Bei der HDR-Bearbeitung wird dabei meist die Funktion „Lichter“ gewählt. Dies ist auch bei stark überstrahlten Bereichen sehr sinnvoll.

Ich habe jedoch auch eine andere Möglichkeit angewandt. Über die Funktion „aufgenommene Farben“ kann man ganz bestimmte Farbbereiche auswählen. Die Maus verwandelt sich in eine Pipette. Soweit man damit im Bild eine Farbe anklickt, werden alle Pixel mit der Gleichen Farbe oder einer Farbe im Toleranzbereich markiert. Durch die Funktion „Farben Hinzufügen“ kann man so eine ganze Reihe von Farben gleichzeitig auswählen.

Ich habe nun den Toleranzbereich niedrig eingestellt und dann den Himmel solange angeklickt, bis er vollständig ausgewählt war.

Dies ist aber wie gesagt nur eine mögliche Lösung und ist kann auch keine allgemeinen Tipps geben, wann man was anwendet. Dies ist halt Fingerspitzengefühl.

Ebenenmaske


Auswahl des Himmels Nachdem man den Himmel nun ausgewählt hat, kann man dies in eine Ebenenmaske transferieren. Dabei muss bei aktivierter Auswahl, in der seitlichen Ebeneleiste ganz unten der Button mit dem Kasten und dem Kreis („Ebenenmaske hinzufügen“) darin angeklickt werden.

Und schon erscheint neben der aktiven Ebene ein Schwarz/Weiß-Bild, der im groben die Konturen des Himmels andeutet.

Um nun den Effekt der Ebenenmaske zu verdeutlichen, kann man nun die weiße Ebene durch Aktiviren des Auges wieder sichtbar machen. Nun sieht man, dass nur der Bereich des ausgewählten Himmels zu sehen ist und ansonsten nur weiß. Dies ist der Effekt der Ebenenmaske. Er zeigt den Bereich einer Ebene an, der sichtbar bleibt. Man muss sich das so vorstellen, dass man das helle Foto hat (erste Ebene) und dann von einem dunklen Bild (3. Ebene) den Himmel ausschneidet und auf das helle Bild legt.

Aktiviert man jetzt die hellste Ebene, erkennt man, dass nun das Rathaus aus der helle Ebene stammt, aber der Himmel aus der dunkelsten Ebene.

Weichzeichner


Man hat jetzt nun eine Ebenenmaske mit einem ausgewähltem Himmel. Damit die Übergänge zwischen den ebenen nicht so deutlich werden, kann man diese weichzeichnen. Dies mache ich über den Filter „Filter --> Weichzeichnungsfilter --> Gaußscher Weichzeichner. Dabei muss aber die Ebenenmaske durch draufklicken aktiviert sein. Mit diesem Weichzeichner kann man durch den Schieberegler einstelle, wie stark man weich zeichnet. Der Vorteil ist, dass man die Ebenemaske und die hellste Ebene auf „Sichtbar“ stelle kann und so direkt im Bild sehen kann, wie sich die Weichzeichnung auf das Gesamtbild bzw. die Gesamtabstimmung auswirkt. So kann man das Ergebnis sehr genau einstellen.

Weitere Möglichkeit der Ebenenmaske


Man kann in der Ebenenmaske auch frei rummalen. Indem man in der Ebenenmaske mit einem schwarzem Pinsel Bereiche anmalt, werden diese in der Ebenenmaske sichtbar und verdecken die erste Ebene. Mit weißer Farbe kann man das Gegenteil bewirken. Hier könnte man jetzt zum Beispiel die Rathausuhr in der Ebenemaske schwarz anmalen. Dadurch wird die dunkle Version sichtbar. Damit dies nicht zu krass ausfällt, kann man die Deckkraft des Pinsels in der Menüleiste beispielsweise auf 20 % runterfahren. Dadurch „scheint“ die dunkle Version nur zu 20 % durch, bzw. dunkelt die Uhr aus der hellen 1. Ebene nur zu 20 % ab.

Abschluss


So, dass sich so die Grundfunktionen die ich so bei der HDR-Erstellung nutze. Nun heißt es kreativ sein, viel ausprobieren und vielleicht auch neue Wege zur Bearbeitung finden. Man kann nun in jeder Ebene eine Maske erstellen, diese hintereinander oder quer bearbeiten und durch ständiges Sichbar/Unsichtbar machen der Ebenen die Effekte vergleichen.

Am Ende muss man die Ebenen per „Ebene --> Auf Hintergrundebene reduzieren“ auf eine Ebene verringern und ggf dem Bild noch mit Tonwertkorrektur oder Gradationkurve noch den letzten Schliff geben.

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